So trennen sich die Ansichten...



"Armer Feuerwehrmann"

Wenn wir im Verkehrsstau 40 Sekunden lang aufgehalten werden, sagen die Leute:

“Sie brauchen 20 Minuten um herzukommen !”
Wenn Wir mit 60 km/h durch die Straßen fahren, sagen sie:
“Schaut euch die rücksichtslosen Spinner an !”
Wenn Feuerwehrleute Fenster eindrücken, um durch Ventilation die Hitze bei der Brandbekämpfung zu verringern sagen sie:
“Seht euch die Kaputtmacher an !”
 Wenn wir den Fußboden aufreißen um an den Brandherd zu gelangen, sagen sie:
“Da läuft die Holzfällerbande !”
Wenn der Zugführer weit hinten steht, von wo er seine Männer sehen und leiten kann, sagen sie:
“Er hat Angst, dahin zu gehen, wohin er seine Leute schickt !”
Wenn Wir ein Gebäude verlieren, sagen die Leute:
“Das ist eine lausige Feuerwehr !”
Wenn wir schnell mit dem Feuer fertig sind, sagen sie:
“Es war kein richtiges Feuer !”
Wenn viel Wasser benötigt wird, sagen die Schaulustigen:
“Die richten mit dem Wasser mehr Schaden an als das Feuer selbst !”
Wenn ein Feuerwehrmann verletzt wird, sagen alle:
“So ein leichtsinniger Bursche !”
Wenn er im Einsatz sein leben lässt, sagen sie zu seiner Familie:
“Damit musste er rechnen als er zu Feuerwehr ging “
Armer Feuerwehrmann, Du kannst es niemandem recht machen!



Vor 7 Minuten spielte er noch mit seinen Kindern 

"Warum mache ich IDIOT das eigentlich ???"
Stellen Sie sich bitte einmal vor, dass Sie an einer Hauptverkehrsstraße wohnen. Nachts um drei Uhr fährt, - mit „Tatü Tata“ und Radau- die Feuerwehr, der Rettungsdienst, das technische Hilfswerk oder eine der anderen Hilfsorganisationen mit ihren größtenteils freiwilligen und somit "unbezahlbaren" Helfern an Ihrem Haus vorbei. Sie werden sofort wach und denken eventuell...
"Hoffentlich kommen die noch rechtzeitig?"
oder
"Na ja, nach §35 StVO muss der Fahrer ja mit Blaulicht und Martinshorn fahren."
oder (am wahrscheinlichsten)
"Müssen diese Idioten wieder so einen Krach machen?"
Aber haben Sie auch schon einmal daran gedacht, dass diese Idioten vor fünf Minuten noch genauso friedlich in ihrem Bett schlummerten wie Sie ?
oder - Dass diese Idioten auch um sechs Uhr früh wieder raus müssen, wie Sie?
oder - Dass diese Idioten, wenn sie nach zwei oder drei Stunden wieder ins Bett fallen sowieso nicht mehr schlafen können, weil man halt nicht so gut schläft, wenn man gerade einen Menschen aus einem brennenden Haus oder verunfallten Fahrzeug gerettet hat?
Aber wahrscheinlich werden Sie gar nicht wach, weil unsere Fahrer aus Rücksicht auf Sie, trotz § 35 StVO, das Martinshorn auslassen, oder weil Sie nicht an einer Hauptverkehrsstraße wohnen. Dann haben Sie eben Glück und brauchen sich nicht über die "Idioten" von der Feuerwehr, dem Rettungsdienst, dem THW oder von den anderen Hilfsorganisationen aufregen.
... außerdem denken die inzwischen schon selbst:


 
"Ich wünschte"

Ich wünschte, du könntest verstehen...

Ich wünschte, du könntest den Kummer eines Geschäftsmannes sehen, als sein Lebenswerk in Flammen aufging oder die Familie, die nach Hause kam und Haus und Hof verkohlt vorfand.

 
Ich wünschte, du könntest fühlen, wie es ist ein brennendes Schlafzimmer nach eingeschlossenen Kindern abzusuchen, die Flammen schlagen dir über den Kopf, du siehst in dem Qalm keine zehn Zentimeter weit, unter der Maske fällt dir das Atmen immer schwerer, während des Kriechens schmerzen Handflächen und Knie, der Fußboden gibt unter deinem Gewicht nach, wenn die Küche darunter das Brennen anfängt. Ich wünschte, du könntest die Furcht in den Augen einer Ehefrau morgens um halb drei sehen, wenn ich ihrem Ehemann den Puls fühle und keinen finde. Ich beginne irgendwie mit der Wiederbelebung und hoffe wider besseren Wissens ihn zurückzuholen, aber ich weiß, dass es zu spät ist. Aber seiner Frau und seiner Familie muss ich das Gefühl geben, dass alles Mögliche getan wurde.
Ich wünschte, du könntest verstehen, wie es ist, am Morgen zur Schule oder zur Arbeit zu gehen, nachdem du den Großteil der Nacht, heiß und wieder nass durchgeschwitzt, bei einem Einsatz verbracht hast. Ich wünschte, du könntest den unvergleichlichen Geruch von brennenden Isolierungen, Geschmack von Ruß auf deiner Zunge, das Gefühl der intensiven Hitze vor den Flash-Overs, die durch deine Ausrüstung dringt, das Gefühl der tobenden Flammen und die Beklemmung, absolut nichts durch diesen dichten Rauch zu sehen, nachempfinden, "Sensationen", an die ich mich zu sehr gewöhnt habe, mit denen ich zu sehr vertraut bin.

Ich wünschte, du könntest meine Gedanken lesen, wenn ich zu einem Feuer gerufen werde, "Ist es ein falscher Alarm oder etwa schon ein großes Feuer? Wie ist das Gebäude konstruiert? Welche Gefahren warten dort auf mich? Sind am Ende gar Menschen eingeschlossen?

Ich wünschte, du könntest auf der Autobahn dabei sein, wenn der Notarzt, das hübsche 11 Jahre alte Mädchen für tot erklärt, nachdem ich es unter Aufbietung all meiner Kräfte aus dem zerstörten Auto gerettet habe. Sie wird nie zu ihrem ersten Date gehen können oder jemals wieder die Worte "Ich liebe dich, Mama" sagen können.

Ich wünschte, du könntest die Frustation im Fahrerhaus des Löschfahrzeugs fühlen, der Maschinist presst den Fuß auf die Bremse, mein Daumen drückt wieder und immer wieder den Schalter des Einsatzhornes wenn du dir vergeblich versuchst Vorfahrt zu verschaffen oder im dichten Verkehrsstau steckst. Am Einsatzort angekommen, hörst du fast immer die gleichen Worte: "Es hat ja eine Ewigkeit gedauert, bis ihr hier wart."

Ich wünschte, du könntest meine Gedanken lesen, wenn ich helfe eine junge Frau aus den zertrümmerten Resten ihres Wagens zu ziehen. Was wäre, wenn es meine Frau, Schwester, Freundin oder eine Bekannte ist? Wie werden die Eltern reagieren, wenn vor ihrer Tür ein Polizist steht, der seine Mütze nicht auf dem Kopf sondern in der Hand hält?

Ich wünschte, du könntest wissen, wie es sich anfühlt nach Hause zu kommen, die Familie und meine Eltern zu begrüßen, aber nicht das Herz zu haben, ihnen zu erzählen, dass ich beinahe vom Einsatz nicht zurückgekommen wäre.

Ich wünschte, du könntest dir die physische, emotionale und mentale Belastung von stehengelassenen Essen, verlorenem Schlaf und verpasster Freizeit vorstellen, zusammen mit all den Tragödien, die meine Augen schon gesehen haben.

Ich wünschte, du könntest die Kameradschaft und Befriedigung, Leben gerettet oder jemanden Eigentums geschützt zu haben, erfahren, da zu sein, zur richtigen Zeit, am richtigen Ort, in der Gefahr oder aus der Hektik und dem Chaos heraus, Ordnung zu schaffen.

Ich wünschte, du könntest verstehen, wie es ist einen kleinen Jungen auf deinem Arm zu tragen, der fragt: "Ist meine Mama o.k.?", und es ist dir unmöglich, ihm in die Augen zu schauen, ohne dass dir die Tränen in die Augen steigen und du weißt nicht, was du sagen sollst. Oder wie es ist, einen alten Freund zurückzuhalten, der mit ansehen muss, wie sein bester Kumpel in den Rettungswagen getragen wird, und du weißt genau, dass er nicht angeschnallt war.

Solange du dieses Leben nicht durchgemacht hast, wirst du niemals wirklich verstehen oder einschätzen können, wer ich bin, was wir sind oder was unsere Arbeit wirklich bedeutet.

Vielleicht können diese Zeilen etwas zum Verständnis unserer Beweggründe und Arbeit, aber auch unserer Probleme beitragen.








Danke...

An dieser Stelle möchten wir uns vor allem bei unseren Familien für Ihr Verständnis bezugnehmend auf  unsere Ehrenamtliche Arbeit bedanken.
Oft kommt es vor das wir zu nächtlicher Stunde aus dem Bett gerissen, vom Frühstückstisch oder einer Feier schlagartig weg geholt werden oder eine angefangene Arbeit unterbrechen müssen um die oft schwerwiegenden Fehler unserer Mitmenschen so gut wie möglich auszubügeln.
Das oftmals die Angst dann auch bei unseren Partnerinnen, Partnern und auch Kindern ständig Einzug hält muss man sicher nicht erwähnen.
Nur mit einem verständnisvollen Partner und einer Verständnisvollen Familie ist dies zu händeln.
Neben den vielen Einsatzstunden kommen natürlich noch die Zahlreichen Übungsdienste und Aktivitäten dazu.

Auch den Arbeitgebern welche die Kameraden während Ihrer Arbeitszeit frei stellen damit diese zum Einsatz können, sei an dieser Stelle gedankt.

Feuerwehr Baalsdorf

 

unser Wappen
Freiwillige Feuerwehr Baalsdorf
Brandiser Straße 65A
04316 Leipzig

Tel.: 0341 65 86 002

Wehrleiter
Kay Pape


Jugendwart
Jörg Hagemann





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